Viele Verhaltensanalytiker haben sich damit beschäftigt, wie man Tieren etwas beibringen kann. Ein spannendes Tierexperiment ist die sogenannte „300-Peck-Method“: Tauben wurde die Aufgabe gestellt, über 300 Mal hintereinander auf ein bestimmtes Objekt zu picken. Aha – echt jetzt?! Und warum das? Um herauszufinden, mit welcher Methode Tieren ein bestimmtes Verhalten auf Dauer vermittelt werden kann. Das effizienteste Ergebnis wurde erreicht, indem die Anforderungen sehr langsam gesteigert und die Tiere jedes Mal belohnt wurden. Und das funktioniert so:

Besagte Taube pickt einmal auf ein Objekt und erhält sofort Futter als Belohnung. Somit etabliert sich die Erkenntnis, dass sie eine Belohnung für ihr Verhalten erhält. Wenn das klappt, wird die Anforderungen auf 2x picken erhöht, bevor sie die Belohnung erhält. Dann wird weiter gesteigert auf 3x picken und sofort, bis sich ein Fehler einschleicht. Und jetzt ganz wichtig: wenn das passiert, beginnt dieses Prozedere wieder ganz von vorne – quasi zurück an den Start: also mit der Aufgabe 1 x picken, 2 x picken, 3 x picken usw. Wer kann sich noch an das Videospiel “Super Mario” erinnern? Das funktioniert auch nach diesem Prinzip: macht man einen Fehler, muss man wieder ganz von Anfang beginnen.

Besonders aufschlussreich für uns, ist aber folgende Tatsache: hat die Taube einmal die Grundsätze gelernt, also ist folglich das Fundament der Aufgabe gelegt, kommen die Erfolge bei höheren Anforderungen umso schneller. Bei der letzten Anforderung, nämlich 300 x hintereinander auf das Objekt zu picken, erfolgte die Steigerung von 250 direkt auf 300. Also ohne die Schritte 251, 252, 253 … „absolvieren“ zu müssen. Das ist doch sensationell, oder? Die Tauben haben die Logik dahinter begriffen und der Erfolg kam im fortgeschrittenen Stadium umso schneller!

Geduld ist der Schlüssel

The good news: dieses Lernprinzip können wir bei unseren Pferden ebenfalls einsetzen. Und wir Ranchgirls arbeiten genau nach diesem Prinzip, denn diese Methode bietet einen einfachen und stressfreien Lernprozess für Tier – und Mensch! Das Einzige, was du mitbringen musst, ist Geduld. Je nach Pferdetemperament (Stichwort Melancholiker) – einen ganzen Haufen an Geduld! In der Praxis ist man oft leicht dazu verleitet zu viel zu fordern, weil eine Übung schon so schön klappt. Für cholerische Menschen ist das übrigens eine große Herausforderung. Denn sie halten Ungeduld ja nicht unbedingt für eine Schwäche, sondern für eine Stärke – typisch Boss. Eine gute Gelegenheit, an sich selber zu arbeiten – Ohmmmmm 😉

In unserem Online-Training, gehen wir bei unserem Lernpfad ebenfalls nach diesem Konzept vor. Wir erhöhen in Kleinstschritten die Anforderungen an unsere Pferde. Ist die Konzentration unserer Pferde dahin und sie machen einen Fehler, gehen wir wieder zurück an den Start und beginnen die Aufgabe von Null.

Konkretes Trainingsbeispiel: Hinterhand weichen lassen

Nehmen wir als Beispiel die Übung „Hinterhand weichen lassen“: Wir beginnen zunächst mit direktem Gefühl (also mit sanfter Berührung) die Hinterhand sauber untertreten zu lassen. Unser Pferd wird während unserer Hilfengebung überlegen, was die richtige Antwort sein kann und wird irgendwann, diesen einen Tritt weichen. Dann erfolgt die Belohnung, indem wir unser Pferd streicheln und Pause geben. Klappt das mehrmals gut, verlangen wir 2 Tritte. Streicheln / Pause! Dann steigern wir uns weiter, bis das Pferd mehrere Tritte schön weicht. Wir arbeiten weiter mit indirektem Gefühl (also ohne Berührung, nur mehr mit unserer Körpersprache) und bitten die Hinterhand weichen zu lassen. Der eine Tritt muss wieder sauber funktionieren, dass innere Vorderbein soll dabei möglichst stehen bleiben. Ist das „abgespeichert“ steigern wir die Tritte weiter nach beschriebenem Schema. Später, bei der Freiarbeit arbeiten wir dann an der 360 Grad Pirouette, ohne uns viel bewegen zu müssen. Und wenn irgendwann ein Fehler auftaucht, gehen wir einfach wieder zurück an den Start und beginnen die Übung ganz von vorne.

Die Vorteile des Konzepts in unserem logisch aufgebauten Online-Trainingsplan:

  • Du und dein Pferd: ihr lernt zuverlässig jede neue Aufgabe ohne Überforderung
  • Die Methode hilft deinem Pferd, motiviert zu bleiben, da es mit einer hohen Erfolgsrate lernt
  • Du lernst deinem Pferd sich immer länger zu konzentrieren und auf dich aufmerksam zu bleiben
  • Du behältst den Überblick und gerätst nicht in Versuchung, Zwischenschritte zu überspringen
  • Dein Online-Trainingsplan ist wie ein Trainingstagebuch, du hast einen guten Überblick über deine Lernfortschritte und erkennst eure Trainingsplateaus sehr deutlich

Beim Schreiben dieser Zeilen bekommen wir sofort Lust in den Stall zu fahren und mit unseren Jungs zu trainieren. Ihr auch? Na dann, nix wie los… 😉

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Wir wünschen euch viel Spaß mit Euren Hotties!

Aus Liebe zum Pferd, Eure Ranchgirls

PS: Folge deinem „roter Faden“ in unserem Online-Trainingsplan mit zahlreichen Übungen und Trainingsanleitungen, möglichen Fehlern und Varianten auf Basis der verschiedenen Pferdetemperamente.