Unlängst, beim Abholen von der Koppel. Bereits hier kombinieren wir wichtige Elemente aus der Roundpen Arbeit sowie Knotenhalfter/Seil Training.  Obwohl unser Pferd erst vor 10 Minuten seine Mittags-Portion Heu bekommen hat, hört es zu fressen auf und folgt brav unserer Einladung, die wir körpersprachlich aussprechen. Dookydoo lässt sich grundsätzlich immer gerne 1-2 Sekunden Zeit, bevor er schlussendlich die Entscheidung zum Handeln trifft. Da er die Übung „Kopf senken“ schon aus dem „FF“ beherrscht, brauchen wir nur mehr das Stallhalfter vor seinen Kopf zu halten und er schlüpft von alleine folgsam mit seinem Kopf hinein. Beim Verlassen der Koppel gibt es kein Drängeln oder Überholen, er folgt brav in schönem Respektabstand und läuft aufmerksam am locker durchhängenden Seil. Mann – was für ein langweiliger Text!

Wer will die aufregende Version, so wie die gleiche Situation früher ausgesehen hat?

  • Dookydoo frisst unbeeindruckt bei seiner Heuraufe und dreht elegant die Hinterhand in unsere Richtung.
  • Beim Versuch das Halfter anzulegen entzieht er sich, indem er a) entweder desinteressiert den Kopf wegdreht, b) seinen Menschen ausgiebig an den Haaren, Nase oder Ohren beschnüffelt c) in das Halfter hineinbeißt oder d) das lustige „Fang-mich-doch-Spiel“ beginnt…
  • Nötigt man ihn, das Halfter über den Kopf zu streifen, zwickt er mal testhalber die Person um zu schauen, wie sie reagiert.
  • Beim Hinausgehen rempelt er ein wenig und überholt sofort, um neugierig zu checken, was es Neues in der gefährlichen Außenwelt gibt.
  • Sagte ich gefährlich? Bei der erst besten Gelegenheit (ein Blatt raschelt leise im Gebüsch) nutzt er die Situation, erschrickt fürchterlich und springt retour auf seinen Menschen fast auf die Füße.

Ich denke die langweilige Version wie zuerst beschreiben gefällt uns allen mehr, obwohl sie nur halb so lustig klingt. Deshalb liegt es in unserer Verantwortung unsere Pferde zu erziehen, um Folgsamkeit und Respekt zu erreichen. Oder sie durch Desensibilisieren an vermeintlich gefährliche Situationen zu gewöhnen, um ihnen mit ihrer instinktiven Schreckhaftigkeit zu helfen und Vertrauen aufzubauen. (Hätte ja auch ein Tiger im Gebüsch sein können.)

Aber im Ernst – all das, unter Berücksichtigung unserer ausgewogenen geistigen, emotionalen und körperlichen Balance. Wir müssen genau wissen was wir fordern, dabei ausgeglichen sein und im Gleichgewicht mit uns selber. Schreibt bzw. liest sich oft leichter, als es dann in Wirklichkeit ist. Aber diese Balance ist die Voraussetzung für eine gute Horsemanship und die heiß erstrebte Harmonie mit unserem Pferd.

In diesem Sinne, erzieht eure Ponys und Pferde da draußen. Vor allem aber – habt Spaß mit euren Tieren! Den haben wir übrigens auch, sieht man auch auf unserem YouTube Kanal! Wir würden uns freuen, wenn ihr uns dort folgt…

Aus Liebe zum Pferd, Eure Ranchgirls